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Kollagenosen

Kollagenose

Was ist eine Kollagenose?

Kollagenosen sind Autoimmun-Erkrankungen, Entzündungen, die den ganzen Körper betreffen. Aufgrund einer Störung im Immunsystem kämpft dieses plötzlich nicht mehr nur gegen Bakterien, Viren und Pilze (wie es ja seine eigentliche Aufgabe ist), sondern gegen Bestandteile des eigenen Körpers.

Kollagenosen sind seltene und komplizierte Erkrankungen, Rheumatologen sind Spezialisten für Diagnostik und Therapie. Weil aber durchaus viele Organe des Körpers betroffen sein können, müssen gelegentlich Fachärzte anderer Disziplinen in die Behandlung mit einbezogen werden.

Häufig wird die Diagnose “undifferenzierte Kollagenose” gestellt. In diesem Fall ist sich der Rheumatologe sicher, dass es sich um eine Erkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen handelt, eine Zuordnung zu einer einzelnen definierten Erkrankung (wie zum Beispiel Lupus erythematodes oder Sklerodermie oder Sjögren-Syndrom) ist zur Zeit nicht möglich. Die exakte Zuordnung der Erkrankung ist aber für die Behandlung nicht so entscheidend — die Autoimmunerkrankungen der Gruppe der Kollagenosen werden grundsätzlich sehr ähnlich behandelt.

Welche Ursache hat eine solche Erkrankung?

Es ist bisher nicht bekannt, warum es bei manchen Menschen zu derartigen Störungen im Immunsystem kommt.

Wie kann sich eine Kollagenose im Langzeitverlauf entwickeln?

Der Verlauf eine Kollagenose ist oft schwer vorauszusagen, die Krankheit hat gewissermaßen ein Eigenleben. Es kann so auf der einen Seite zu entzündlichen Schüben, auf der anderen Seite aber auch zu längeren Phasen verhältnismäßiger Ruhe kommen. Diagnostik und Behandlung müssen sich auf diesen wechselhaften Verlauf einstellen.

Welche Gefahren drohen?

Da Kollagenosen prinzipiell alle Organe des Körpers betreffen können, muß mit einer Vielzahl von Krankheitserscheinungen gerechnet werden – tatsächlich aber treten diese zum Glück bei einem Patienten nur selten alle auf. Besonders wichtig, weil möglicherweise bedrohlich, sind Entzündungen der Niere und der Lunge sowie Beteiligung des Blutes, der Augen und des Nervensystems. Weniger gefährlich, wenn auch im Einzelfall gelegentlich sehr unangenehm, sind Gelenkentzündungen, Hautbefall oder eine ausgeprägte Müdigkeit.

Wie kann behandelt werden?

Die Autoimmunerkrankung kann heutzutage noch nicht “geheilt” werden. Es ist aber in den meisten Fällen möglich, die entzündliche Aktivität so weit zu unterdrücken, daß kein wesentlicher Schaden mehr entsteht. Die dazu im wesentlichen gebrauchten Medikamente sind Cortison und die Basistherapie.

Cortison kann eine derartige Entzündung meist rasch, d.h. in der Regel innerhalb weniger Tage, weitgehend unterdrücken. In wieweit das gelingt, ist meist eine Frage der Cortison-Dosis. Gelegentlich reichen in der Anfangsphase Dosen von 5 oder 10 mg täglich, seltener sind 20 bis 30 mg nötig, nur ausnahmsweise müssen 100 oder mehr Milligramm eingesetzt werden. Es wird versucht, die Cortison-Dosis bald nach Eintreten der Wirkung zu reduzieren.

Um langfristig mit möglichst wenig oder ganz ohne Cortison therapieren zu können, wird die Kollagenose mit Medikamenten der Basistherapie behandelt. Da diese Medikamente eine Anlaufzeit von 2-3 Monaten benötigen und die Maximalwirkung meist erst nach ½ Jahr eintritt, muß in dieser Übergangszeit oft noch mit abnehmenden Dosen von Cortison therapiert werden. Ziel ist es, mit so wenig wie möglich aber auch mit soviel wie nötig Cortison zu behandeln. Die “Hauptarbeit” bei der Unterdrückung der Erkrankung soll langfristig das Basistherapeutikum verrichten.

Was muß allgemein bei der Langzeitbetreuung dieser Erkrankungen beachtet werden?

  • Die Stärke der Therapie muß immer wieder an die jeweilige Aktivität der Kollagenose angepaßt werden.
  • Die Therapie und auch die Erkrankung selbst müssen kontrolliert werden, deshalb sind häufigere Besuche bei Hausarzt und Rheumatologen notwendig. Die Abstände müssen um so kürzer sein, je aktiver die Erkrankung zur Zeit ist. Mit diesen Kontrollen stellt der Spezialist - und in Zusammenarbeit mit ihm der Hausarzt - sicher, daß weder zu stark noch zu schwach behandelt wird. Es wird versucht, die Risiken sowohl der Erkrankung als auch der Therapie so gering wie möglich zu halten

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